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Literaturkreis

Die nächsten Termine - jeweils von 10:00 - 12:00 Uhr im evangelischen Gemeindehaus

Der Literaturkreis

wird sich im Sommer zunächst wieder mit einem Klassiker beschäftigen, mit Theodor Fontanes Der Stechlin.
Der sagenumwobene märkische Stechlinsee ist der große Mitakteur in Fontanes letztem Roman, einem der schönsten Bekenntnisbücher der deutschen Literatur. Erneuerung durch Weltoffenheit ist seine Botschaft, die von denen vernommen wird, die sich in dem alten reizvollen Herrenhaus in vertrauter Runde zu amüsanten Plauderstunden zusammenfinden. Allen voran der liebenswürdige Schlossherr, aber auch sein Sohn Woldemar, die geheimnisvolle Gräfin Melusine und deren stille Schwester Armgard, sie alle sind davon überzeugt: Wer Zukunft gewinnen will, muss aus der Enge heraus. In diesem Sinne ist der verträumte Stechlinsee ihr bewundertes Vorbild, hat er doch Fühlung mit der großen Welt.

Wenn es in fernen Ländern rumort, dann regt es sich auch in ihm, ein Wasserstrahl steigt empor, und zuweilen zeigt sich ein roter Hahn, der laut ins märkische Landkräht. In den Gesprächen zwischen Alten und Jungen, zwischen Landbewohnern und Städtern entfaltet sich so das gesellschaftliche Panorama der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert, ohne Kommentare und Wertungen vorzugeben. Die Fontane'sche Ironie und psychologische Präzision zeichnen gesellschaftlich geschaffene Individuen, die entweder gegen ihre Menschlichkeit kämpfen oder sie trotz der Zwänge zu bewahren versuchen. Mit seinem ganz eigenen Ton, der dialogisch die Voraussetzungen und Folgen der Ereignisse schildert, die selbst Leerstellen bleiben, und mit seiner Haltung, die gesellschaftliche Regeln kritisiert, aber nicht ausdrücklich verwirft, appeliert Theodor Fontane an die Humanität (So beschreibt der Aufbauverlagden Inhalt).

Thomas Mann liebte den Roman: „Hohe, heitere und wehe, das Menschliche auf eine nie vernommene, entzückende Art umspielende Lebensmusik sind diese Plaudereien" Fontane selbst beschrieb die Handlung seines am Ende seines Lebens 1898 erschienenen Romans lakonisch: „Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich; das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht."

Termine: 13.6. / 11.7. / 8.8. / 12.9. jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus.

Schauen Sie doch mal unverbindlich rein.
Irene Schäfer