Evangelische Kirchengemeinde Wiesbaden-Bierstadt

Aussen ev Kirche 1708

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3für1 - Licht und Hoffnung

Wochenlieder - hören Sie doch mal rein

3für1 singt - eine musikalische Auszeit

3für1 - Andachten
 

Nach Ostern ist vor Ostern
Gedanken im April 2021

Liebe Gemeinde,

dass wir auf die Bitte der Regierenden in Bund und Ländern unsere Präsenzgottesdienste zu Ostern abgesagt haben und ich wenige Tage später in den Nachrichten von einer genehmigten Großdemonstration mit 15.000 Menschen gehört habe, die ohne Abstand und größtenteils ohne Maske demonstriert haben, hat mich dann doch etwas aufgeregt!
Wir treffen uns seit nunmehr Mitte September mit maximal 28 Personen in unserer Kirche, tragen Masken und verzichten auf Gemeindegesang. Alle Gottesdienstbesucher halten sich achtsam und respektvoll an die Maßnahmen. Und dann wird angesichts eines mutierten Virus und steigender Infektionszahlen eine Großdemonstration erlaubt! Absurder und lächerlicher geht es wohl nicht mehr. Dass Menschen auf Mallorca Urlaub machen dürfen, aber nicht in den Bayerischen Wald oder an die Ostsee fahren können – wer versteht's?

Gott sei Dank bekommen die landeskirchlichen Kirchengemeinden Rückenwind von einer Studie der Universität Marburg in Zusammenarbeit mit der Landeskirche Kurhessen-Waldeck: Der Gottesdienstbesuch in landeskirchlichen Gemeinden birgt kein erhöhtes Corona-Risiko. Die Studie hat ergeben, dass sich die Schutzkonzepte der Kirchengemeinden bewährt haben und das Risiko, sich beim Gottesdienstbesuch in einer Kirche mit Corona zu infizieren, sehr gering ist.
Von Anfang Dezember 2020 bis Ende Februar 2021 haben rund 1.500 Mitglieder aus mehreren Kirchenkreisen (ländlich und städtisch geprägte Regionen) an der Studie teilgenommen und sich auf SARS-CoV-2 Antikörper untersuchen lassen. Getestet wurden Personen im Alter zwischen 18 und 90 Jahren. 990 der getesteten Personen hatten angegeben, dass sie regelmäßig einen Gottesdienst besuchten. Lediglich 24 Personen dieser Gruppe wiesen Antikörper gegen das Coronavirus auf, d.h. sie haben eine Corona-Infektion durchgemacht. Große Zahlen von Ansteckungen gab es in Kirchengemeinden mit Schutzkonzepten auch nicht. Es zeige sich, „dass sich die enormen Anstrengungen bei der Implementierung von Hygienekonzepten bewährt haben", so bekräftigt der Dekan des Kirchenkreises Marburg, Burkhard zur Nieden, der die Studie gemeinsam mit Professor Harald Renz betreute: „Unter den Bedingungen von Covid-19 haben die großen Kirchen verantwortlich reagiert und das Vertrauen gerechtfertigt, das in sie gesetzt wurde."

Ich werbe darum dafür, dass wir weiterhin an der Mischung aus Präsenzgottesdiensten in der Kirche und Online-Gottesdiensten festhalten und diesen Weg weitergehen – unter Einhaltung der gebotenen Maßnahmen: Abstand-Halten (mindestens zwei Armlängen zueinander); Masken, Verzicht auf Gemeindegesang.
Wer gesund und symptomfrei und gern zum Gottesdienst in die Kirche kommen möchte, soll dies in Eigenverantwortung und in Verantwortung anderen gegenüber tun können. Wer vorsichtig ist und lieber zuhause bleiben möchte, soll Gelegenheit haben, unsere liebevoll gestalteten Online-Gottesdienste sehen zu können. Ist das nicht ein vernünftiger Mittelweg?
Wir beraten darüber am 20. April in unserer Kirchenvorstandsitzung. Es dürfte allen klar sein, dass wir als Gesellschaft auf Dauer einen andauernden Total-Lockdown unseres öffentlichen Lebens als einzige Maßnahme in der Bekämpfung dieses Virus nur schwer aushalten können - wirtschaftlich und kulturell gesehen, aber auch seelisch und emotional. Gerade die Jüngsten in unserer Gesellschaft leiden gerade besonders. Gefragt ist jetzt nicht Bürokratismus, sondern gesunder und vernünftiger Pragmatismus.

Und weiterhin Rücksichtnahme und Wachsamkeit: Denen, die meinen, jetzt gerade quer-denken zu müssen, rate ich, erst einmal mit dem Denken zu beginnen, bevor sie sich an die Kunst des Querdenkens wagen. Solche Großdemonstrationen sind ein Schlag ins Gesicht aller, die sich verantwortungsvoll verhalten, an einer CoVid-Erkrankung mit Spätfolgen leiden oder sogar einen Angehörigen verloren haben.
Manchmal ist eben auch ein Verzicht aus Rücksichtnahme auf den Mitmenschen geboten. Groß- und Massenveranstaltungen ohne Schutzkonzepte gehören auf jeden Fall zu den Dingen, von denen wir erst einmal absehen sollten. Die Liebe zum Nächsten gebietet achtsame Rücksichtnahme und ein aufmerksames Wahrnehmen der Nöte.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Philip Messner
9. April 2021