Evangelische Kirchengemeinde Wiesbaden-Bierstadt

Aussen ev Kirche 1708

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3für1 singt - eine musikalische Auszeit

3für1 - Andachten

 

Kurzgottesdienst zum Thema „Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende.“


Zum neuen Jahr 2021

Liebe Gemeinde,

ich hoffe, es geht Ihnen und Ihren Angehörigen gut und Sie sind alle bei guter Gesundheit.
Der Wechsel in das neue Jahr war vermutlich ruhig, und dem ein oder anderen hat diese Ruhe vielleicht überraschenderweise auch gut getan.

Nun liegt ein neues Jahr vor uns. Die Kontaktbeschränkungen sind noch einmal verschärft worden. Das Hoffnungslicht der Impfungen ist eher noch ein schwaches Glimmen als eine leuchtende Flamme. Es ist also weiterhin vieles ungewiss.

Ich denke wieder an ein Gedicht aus China, das mich vor zwei Jahren gefunden hat:

Ich sagte zu dem Engel,
der an der Pforte des neuen Jahres stand:
Gib mir ein Licht,
damit ich sicheren Fußes
der Ungewissheit entgegen gehen kann!

Aber er antwortete:
Gehe nur hin in die Dunkelheit
und lege deine Hand in die Hand Gottes!
Das ist besser als ein Licht
und sicherer als ein bekannter Weg!

Die Bitte dieses unbekannten Menschen dürfte uns vertraut sein. Es ist der Wunsch nach Sicherheit. Es ist die Bitte um ein klares Zeichen, damit man vermeintlich sicher leben kann.
Aber der Engel durchkreuzt die Erwartung und Bitte dieses Menschen. Er ermutigt zum Gehen ins Unbekannte. Er macht Mut, die Ungewissheit auszuhalten. Der Engel empfiehlt, das eigene Leben in Gottes Hand zu legen. Das sei - so der Engel - sicherer als ein bekannter Weg und besser als ein Licht.

Das Gebet ist ein Weg, Sorgen und Ängste in die Hand Gottes zu legen. Beten geschieht manchmal wie von selbst, aber oft geht das Gebet im Alltag mit seinen Sorgen und den vielen Gedanken vergessen. Es ist darum gut, sich bewusst Zeiten im Alltag für das Gebet zu reservieren. Am Morgen etwa, wenn ich den Tag beginne; oder am Abend, wenn der Tag zu Ende geht: Und dann einen Ort oder Platz suchen, wo ich eine Weile für mich sein kann. Ein Licht entzünden. Stille sein für eine Weile und wahrnehmen, was mich beschäftigt. Und es dann vor Gott aussprechen und in ein Vater-Unser münden lassen. Das kann eine einfache und gute Weise des Betens sein.

Beten stärkt und nährt unser Vertrauen auf Gott. Und wie gut trifft es der Engel, wenn er sagt: Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg!
Ich wünsche Ihnen die Zeit und den Mut zum Beten. Probieren Sie es einmal aus. Oder kehren Sie wieder zum Gebet zurück. Sicher: Beten zaubert Leiden oder Krankheit nicht weg. Aber es hilft, das Schwere zu tragen und auszuhalten. Und manchmal hat man sogar das Glück, im Nachhinein Gottes Spur und Wegleitung in allem zu erkennen. Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes.

Ein gesegnetes neues Jahr wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Philip Messner